Name des Objektes:

Alhambra-Kuppel

Ort:

Berlin, Deutschland

Museum:

Museum für Islamische Kunst

About Museum für Islamische Kunst, Berlin

Datierung des Objektes:

um 719 / um 1320

Museum Inventarnummer:

I. 5/78

Material(ien) / Technik(en):

Holz (Zedernholz und Pappelholz), geschnitzt und aus Einzelteilen zusammengefügt. Teilweise bemalt (Rot, Blau und Grün).

Maße:

Höhe 190 cm Breite 355 cm Tiefe 355 cm

Periode / Dynastie:

Nasriden

Herkunft:

Von dem Bauteil Torre de las Damas des Palacio del Partal im Alhambra Palastkomplex in Granada, Spanien.

Beschreibung:

Die Kuppel in Berlin war einst in den Torre de las Damas gennanten Turm des Palastes Palacio del Partal über einem reichen Stuckdekor eingebaut. Durch die Fenster dieses Turmes konnte man sowohl die Umgebung mit der Stadt Granada als auch den Palastkomplex mit den heute nicht mehr exitierenden Teilen der Alhambra überblicken, den der nasridische Herrscher Muhammad III. (701-708 H./ 1302-1308) hatte erbauen lassen. Das Motto der nasridischen Herrscher „Es gibt keinen Sieg außer von Gott“, das eine wichtige Rolle im Dekor der Kuppel einnimmt, kann als Proklamation des Islam angesehen werden, der durch die voranschreitende Reconquista bedroht war. Die Kuppel hat eine quadratische Form, die zunächst in ein Achteck übergeht und dann in sechszehn Trapeze überführt wird. Jede Seite des Quadrats ist mit einem Dreieck ausgestattet, die mit geometrischem Flechtwerk mit zusätzlichen pflanzlichen Motiven versehen sind. Eine kleine Miniaturkuppel sitzt im Zentrum der Dreiecke. Das Achteck wird von Brettern gebildet, die mit kleinen Vielpassbögen versehen sind, in denen symmetrische Kufi-Inschriften auf rotem Grund sitzen, zusammen mit Pinienzapfen, kleinen Muscheln und Arabeskdekor. Auf den rechteckigen Paneelen des Sechzehnecks wird das nasridische Motto „Es gibt keinen Sieg außer von Gott“ wiederholt. Sie werden von kleinen Muqarnas-Bögen umgeben. Die folgenden sechszehn Trapeze weisen ein für die islamische Welt typisches Flechtwerk auf. Kleine Vielecke oder Sterne wiederholen das nasridische Motto. Eine sechzehnseitige Scheitelplatte, ebenfalls mit Flechtwerk, bildet den horizontalen Abschluß. Der Reiz des Dekors liegt im Kontrast zwischen der Strenge der flachen geometrischen Flechtbänder und den erhabenen Reliefebenen. Holzdecken und Holzkuppeln dieser Art sind ein besonderes Merkmal islamischer Architektur im Maghreb. Zahllose Beispiele befinden sich nicht nur in der Alhambra, sondern auch in zahlreichen anderen Bauten Spaniens sowie Nordafrikas.

View Short Description

Diese Kuppel stammt aus einem Teil der Alhambra-Palastanlage mit dem Namen Palacio del Partal. Dieser Palacio war im Privatbesitz eines deutschen Bankiers, der die Erlaubnis erhielt, die Kuppel in seine Berliner Villa zu überführen. Hölzerne Decken und Kuppeln dieser Art sind ein Kennzeichen islamischer Architektur im Mahgreb.

Ursprünglicher Eigentümer:

1885 kaufte Arthur von Gwinner ein Stück Land im Bereich der Alhambra. Dazu gehörte ein Grundstück mit Gebäuden, Gärten und Straßen. 1891 übergab er den Palacio del Partal an die Stadt Granada. Es wurde ihm daraufhin erlaubt, die Holzkuppel aus dem Torre de las Damas auszubauen und nach Berlin mitzunehmen. 1892 baute er die Kuppel in sein Wohnhaus in Berlin ein. 1921 schenkte er seinen Besitz an die spanische Regierung

Wie wurde das Objekt datiert:

Die Kuppel läßt sich durch ihre Herkunft aus dem Palacio del Partal datieren, der zum Alhambra-Palastkomplex gehört und unter Muhammad III. 701-708 H./ 1302-1308 erbaut wurde.

Wie wurde das Objekt durch das Museum erworben:

Erworben 1978 von den Nachfahren Arthur von Gwinners.

Wie wurde der Herkunft des Objektes ermittelt:

Nach den Dokumenten stammt die Kuppel aus dem Palacio del Partal im Alhambra- Palastkomplex in Granada/Spanien, wo sie 1892 ausgebaut wurde. Die spanische Herkunft ist dadurch gesichert.

Literaturauswahl:

Fernández-Puertas, A. The Alhambra I, London, 1997, 235-39.

Brisch, K. Eine Kuppel aus der Alhambra in Granada, bm, Berichte aus den Berliner Museen Preußischer Kulturbesitz, 3. Folge, 14, 1978, 6-7, 10-1.

Brisch, K. "Eine Kuppel aus der Alhambra in Granada", in: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz 16,1979,169-76.

Chmelnizkij, S. "Methods of constructing geometric ornamental systems in the cupola of the Alhambra", Muqarnas 6, 1989, 43-9.

Dodds, J. D. Al-Andalus. The Art of Islamic Spain. The Metropolitan Museum of Art, New, York 1992, cat.no.116.

Citation:

Jens Kröger "Alhambra-Kuppel" in "Discover Islamic Art", Museum With No Frontiers, 2018. http://www.discoverislamicart.org/database_item.php?id=object;ISL;de;Mus01;17;de

Autor: Jens Kröger

MWNF Arbeitsnummer: GE 23

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